Praxis für Psychotherapie
Mag. Claudia Gertrude Trausmuth

„Um klar zu sehen,
genügt oft ein Wechsel
der Blickrichtung.“

Antoine de Saint-Exupéry

Psychosomatische Erkrankungen

Wenn psychische und soziale Faktoren zur Entstehung, als Auslöser oder zur Aufrechterhaltung einer Erkrankung beitragen, spricht man von einer Psychosomatischen Erkrankung bzw. versteht man darunter körperliche Erkrankungen und Beschwerden, die durch psychische Belastungen und Faktoren hervorgerufen werden.

Psychosomatische Zusammenhänge können bei unterschiedlichen Beschwerden und Krankheitsbildern eine bedeutsame Rolle spielen, wie z. B.:

  • Magen-, Darmerkrankungen
  • Kopfschmerzen
  • Herz-, Kreislauferkrankungen
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Erkrankungen mit Beteiligung des Immunsystems (Allergien, Autoimmunerkrankungen, Multiple Sklerose, Haarausfall, …)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (Rücken-, Nacken-, Gelenk-, Schulterschmerzen, …)
  • Sexuelle Probleme
  • Psychische Belastungen aufgrund von organischen Erkrankungen
  • Stoffwechselstörungen

Oft kann keine eindeutige Diagnose gestellt werden und Betroffene haben eine lange Odyssee von ärztlichen Konsultationen hinter sich. Zu Beginn einer Erkrankung konsultieren Erkrankte meist mehrere Allgemeinmediziner und Fachärzte, die nach eingehender Abklärung und Diagnose zu gegensätzlichen Therapievorschlägen gelangen. Patienten sind dann oft sehr verunsichert, was dazu führt, dass wertvolle Zeit verloren geht und der Leidensdruck zunimmt.
Man geht von etwa 8-10% an Psychosomatischen Erkrankungen in der Gesamtbevölkerung aus.

Bevor eine psychosomatische Psychotherapie-Behandlung empfohlen wird, ist eine genaue medizinische Abklärung erforderlich.
Eine psychotherapeutische Behandlung ist dann indiziert, wenn davon auszugehen ist, dass die körperlichen Beschwerden mit medizinischen Maßnahmen allein nicht bzw. nicht ausreichend behandelt werden können.

Eine ganzheitliche Sichtweise auf den Menschen setzt sich auch langsam in der Medizin immer mehr durch.
Das Bio-psycho-soziale Modell besagt, dass es Zusammenhänge und Wechselwirkungen auf den unterschiedlichen Ebenen gibt:
Der Mensch besteht bekanntlich aus Körper, Geist und Seele, bildet eine Einheit.
Körperliche, seelische (psychische) und soziale Faktoren wirken zusammen, wenn es um Gesundheit aber auch um Krankheit geht.

Worüber jemand nachdenkt, wie man sich fühlt, hat Einfluss auf die körperliche Befindlichkeit. Unser Denken beeinflusst unsere Psyche, unsere Zellen und Organe unseres Körpers. Wenn es der Seele gutgeht, ist der Körper gesünder.
Geht es der Seele schlecht, hat dies auch Einfluss auf den Körper.

Die meisten Menschen kennen Situationen aus dem Alltag, wo sie aufgeregt sind und körperliche Reaktionen in diesem Zusammenhang spüren, sei es dass die Hände feucht werden, sie vermehrt zu schwitzen beginnen, die Verdauung verrückt spielt etc.
Auch wenn man frisch verliebt ist, können unterschiedliche Erfahrungen in funktioneller Hinsicht beobachtet werden.

In unserem Sprachgebrauch gibt es unzählige Beispiele für Psychosomatik:

  • sich etwas zu Herzen nehmen
  • ein gebrochenes Herz haben
  • ein Stein fällt einem von Herzen
  • etwas geht unter die Haut
  • etwas geht einem an die Nieren
  • etwas liegt einem schwer im Magen
  • sauer auf jemanden sein
  • die Galle läuft einem über
  • etwas bereitet Kopfzerbrechen
  • einen Kloß im Hals haben etc.

Der Körper wird hier zur Bühne und versucht, auf etwas aufmerksam zu machen, das im Leben nicht (mehr) in Balance ist. Die Seele nützt sozusagen eine Schwachstelle im Körper (das betreffende Organ weist meist eine höhere Empfindlichkeit als die übrigen Organe auf), um eine Botschaft als Frühwarnsystem zu übermitteln und ist somit nicht Feind sondern Freund.

Wie in anderen Lebensbereichen auch, ist im Umgang mit Gesundheit und Krankheit vom Betroffenen Selbstverantwortung gefragt:

  • eigene Möglichkeiten finden, um das Wohlbefinden zu steigern
  • sich als Experte für den eigenen Körper zu fühlen
  • gezielt und frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um eine Chronifizierung zu vermeiden
  • eigene Gefühle und Bedürfnisse ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln

Personen mit psychosomatischen Themen zeigen meist einen distanzierteren Zugang zu psychischen Phänomenen als Patienten mit klar definierten psychischen Störungen. Sie sehen sich erfahrungsgemäß zunächst nicht als Psychotherapie-Patienten. Auch die Umgebung und das Behandlungssystem reagieren auf Psychosomatik anders als auf andere psychische Probleme.

Die symptomatische Ausdrucksweise des Körpers hat für den Betroffenen bisher meist keine hilfreichen Informationen erhalten, so dass die Beziehung zu ihm selbst, zu seinem Körper, gestört ist.
Psychosomatische Symptome verstehe ich als Symbole, Metaphern, die für ihn bisher nicht oder nicht ausreichend verstehbar waren.
Den Schlüssel zum Verständnis liegt im Betroffenen selbst und will gefunden werden.
Die Psychotherapie dient nun dazu, die in der Symptomatik enthaltene Information zu decodieren, übersetzen und verstehen. Dabei wird sie mit dem Therapeuten auf Verwertbarkeit geprüft und in weiterer Folge im Leben umgesetzt.
Die Therapie verändert ein Symbol oder eine Metapher mit negativer Implikation (Symptom) zu einer Metapher mit hilfreichem, richtungsweisendem, verstehbarem Inhalt.
Häufig ist es auch wichtig, den Umgang eines Menschen mit seiner Symptomatik (mit seinem Körper) als Metapher für den Umgang mit wichtigen Bezugspersonen (systemische Betrachtung) zu verstehen.
Es geht darum, das von Betroffenen als autonom betrachtete Geschehen des Symptoms, auf das sie bewusst keinen Einfluss zu haben glauben, auf eine andere Ebene zu heben, so dass sie sich nicht mehr hilflos ausgeliefert fühlen.

Wo ich Sie unterstützen kann ist:

  • mich mit Ihnen auf den Weg machen, damit Sie sich besser kennenzulernen und auf tiefer Ebene verstehen lernen
  • vom autonomen zum beeinflussbaren Geschehen gelangen
  • statt konkreter zu metaphorischer Interpretation kommen
  • von vermeintlich sinnloser zu sinnstiftender Kommunikation des Geschehens finden
  • vom Kampf gegen das Symptom zu Kooperation zwischen Körper Geist und Seele gelangen
  • den Grad der Selbstfürsorge erhöhen und somit die Lebensqualität steigern
  • das Vertrauen in die Selbsheilungskräfte und die Selbstregulation von Körper, Seele, Geist bestärken
  • eine Atmosphäre und einen Ort für Heilwerden und Heilsein schaffen
  • sich selbst lieben lernen und wieder Freude und Unbeschwertheit im Leben fühlen