Praxis für Psychotherapie
Mag. Claudia Gertrude Trausmuth

„Jeder Mensch hat eine zielgerichtete Tendenz
zur Ganzheit, zur Verwirklichung
seines Potenzials.
Diese mächtige konstruktive Tendenz
ist das eigentliche Fundament
des personzentrierten Ansatzes.“

Carl R. Rogers

Chronische Erkrankungen mit und ohne medizinischem Befund

Unter chronischen Erkrankungen kann man eine Vielzahl an unterschiedlichen Beschwerden und Krankheitsbildern subsumieren.

Eine chronische Erkrankung ist entweder das Ergebnis eines länger andauernden Prozesses degenerativer Veränderung somatischer oder psychischer Zustände oder eine Störung, die dauernde somatische oder psychische Schäden bzw. Behinderung zur Folge hat.
Heilt eine Krankheit nicht aus oder kann die Ursache nicht beseitigt werden, kommt es zu einer Chronifizierung.

Man unterscheidet chronische Erkrankungen mit und ohne medizinischem Befund.
Für viele Betroffenen ist es leichter, wenn sie einen Namen für das haben, was sie plagt. Somit wissen sie, womit sie es zu tun haben und können sich über Entstehung, Ursachen, Verlauf, Prognosen und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Das bedeutet, sie können sich auf etwas Konkretes beziehen und sich darauf einstellen. Der „Feind“ ist somit identifiziert, man weiß, welche Strategien ergriffen werden können und welche nicht, somit bleibt ein Mindestmaß an gefühlter Kontrolle erhalten.

Im umgekehrten Fall tappen Betroffene weiterhin im Dunkeln, zweifeln an sich und dem medizinischen Apparat, sind verzweifelt, weil scheinbar „nichts“ gefunden wird. Die Umwelt reagiert anders, viele berichten, dass sie sich nicht ernstgenommen fühlen, wenn sie keine eindeutige Diagnose vorzuweisen haben.
Auf allen beschrittenen Wegen ist vermerkt, wo es nicht hingeht, kein Organbefund, keine Erklärung, wie es der Körper und die emotionalen Belastungen und Konflikte anstellen, die erlittenen Symptome zu produzieren, kein Verständnis und Anerkennung für das Leiden und der Wunsch der Betroffenen, doch noch einen Ort zu finden, wo anerkannt wird, dass sie nicht nur Schmerzen und Symptome darbieten, sondern auch haben.
Diese Personen können oft weder schwerwiegende emotionale Konflikte und soziale Probleme vorweisen noch nachvollziehen, wie diese sich im Körper z.B. in Schmerzen verwandeln.
Das Dilemma besteht hier in der „Unsichtbarkeit“. Die Schmerzen befinden sich für sie an einem realen Ort, nämlich im Körper. Viele Menschen fürchten sich in diesem Zusammenhang auch vor der Unterstellung, des eingebildeten Schmerzes und fühlen sich dadurch zugleich in die Enge getrieben. Für die Psyche sei man selbst verantwortlich und wenn man das nicht hinkriegt, ist das „Versagen“ in ihren Augen.
Schmerzpatienten sind eher vom Tun geleitet, halten sich von der Wahrnehmung mehr in der Außenwelt (die sie meist bestens bewältigen) als in der Innenwelt, auf. So sehen viele den Körper als Gegenstand an, den man von außen beobachten und beurteilen kann, an.

Der Leidensdruck ist jedoch in beiden Fällen enorm.

Schmerzen können als Kommunikationsangebot des Körpers verstanden werden.
Jeder Mensch besitzt ein inneres Leitsystem, das alles an notwendigem Wissen, innerer Intelligenz und Weisheit beinhaltet. Mit diesem gilt es Kontakt aufzunehmen und in Austausch zu treten.

Bitte lesen Sie aufgrund von Überschneidungen der Thematik auch die Rubrik Psychosomatische Erkrankungen.

Chronischer Schmerz bedeutet großes Leid, weshalb es essentiell ist, die Spirale zu unterbrechen. Häufig gehen auch Depressionen und Angststörungen damit einher wie z.B. bei Fibromyalgie, einer häufigen und sehr belastenden Erkrankung. Das Leiden ist durch generalisierte Schmerzen der Muskulatur, des Bindegewebes und der Knochen gekennzeichnet. Oft treten Schmerzen über den ganzen Körper verteilt auf.

  • chronische Schmerzen in mehreren Körperregionen
  • Müdigkeit bzw. Erschöpfungsneigung auf körperlicher und/oder geistiger Ebene
  • Schlafstörungen oder nicht erholsamer Schlaf

In der Psychotherapie ist es wichtig, in einer Atmosphäre der Achtsamkeit zuerst alte Traumata zu bearbeiten und aufzulösen, denn ein altes Trauma kann Schmerzen und andere Beschwerden auslösen und triggern.
Negativ behaftete Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Zorn, Ungeduld, Konkurrenz, Neid sind oft nicht bzw. nur partiell im Selbstbild integriert, sie anzusehen und sich mit ihnen aussöhnen kann viel bewirken. Selbstfürsorge wird gestärkt und das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte erhöht und erlebt.
Danach kann man sich an die Behandlung der Schmerzen machen, lernen sie willentlich auszublenden, verringern, aufzulösen, abfließen zu lassen, nachdem man herausgefunden hat, was sie an Botschaften übermitteln wollten.
Insgesamt geht es um das Erreichen einer höheren Lebensqualität.

Ich begleite Sie gerne auf diesem Weg!